Das Stück
In C von Terry Riley aus dem Jahr 1964 wird manchmal als die Urmutter der repetitiven Musik bezeichnet.
Die Noten
Die Noten bestehen aus 53 melodischen Fragmenten, die nach bestimmten Regeln wiederholt werden. Ein paar der wichtigsten Regeln:
– Alle spielen die Fragmente der Reihe nach durch.
– Eine kontinuierliche 1/8-tel Note gibt den Puls.
– Jede*r entscheidet selbst darüber, wie oft ein Fragment wiederholt wird.
– Dabei achtet man aber, dass die schnellste und die langsamste Person nicht mehr als 2-3 Fragmente auseinander sind.
Eine deutsche Übersetzung aller Aufführungsanweisungen findest du am Ende dieser Seite; das englische Original steht auf der zweiten Seite der Noten.
Einen Blick in die Noten kannst du hier werfen. Besseres Notenmaterial ist bereits bestellt und beim Konzert wird es die Noten dann auch in allen benötigten Schlüsseln geben:
Ein paar Links
Hier werde ich die Noten zur Verfügung stellen: https://drive.google.com/drive/folders/16CI7QSfzWJOy0ofmQsJd5yXCDMK33Yv6?usp=sharing
Aufnahme 1: https://youtu.be/XRaa34E8tXQ
Aufnahme 2: https://www.youtube.com/watch?v=aX96z7AuICs&t=71s&pp=ygUQaW4gYyB0ZXJyeSByaWxleQ%3D%3D
Ein Erklärvideo (englisch): https://youtu.be/JN0bW3ilqF4?si=w4IQ7s232vCfdjtM
Die Entscheidung
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass das gemeinsame Spielen von In C durchaus ein Erlebnis ist, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Falls du Lust und Zeit hast beim Konzert mitzuwirken, sag mir bitte Bescheid. Wahrscheinlich machen wir 1-2 Proben davor, aber im Notfall reicht es auch, wenn du nur zum Konzert kommen kannst. Eine Probe reicht jedenfalls völlig.
Falls du noch Fragen hast, melde dich einfach bei mir.
Übersetzung aller Aufführungsanweisungen
Alle Ausführenden spielen von derselben Seite mit 53 melodischen Mustern, die in Folge gespielt werden.
Beliebig viele und beliebige Arten von Instrumenten können mitspielen. Eine Gruppe von etwa 35 Musikerinnen ist wünschenswert, aber kleinere oder größere Besetzungen sind ebenfalls möglich. Wenn Sängerinnen mitwirken, können sie beliebige Vokal- und Konsonantenlaute verwenden.
Die Muster sollen nacheinander gespielt werden, wobei jede*r Ausführende frei entscheiden kann, wie oft er oder sie jedes Muster wiederholt, bevor zum nächsten übergegangen wird. Es gibt keine feste Regel für die Anzahl der Wiederholungen, doch da Aufführungen gewöhnlich zwischen 45 Minuten und anderthalb Stunden dauern, kann man davon ausgehen, dass jedes Muster etwa 45 Sekunden bis anderthalb Minuten oder länger wiederholt wird.
Es ist sehr wichtig, dass die Ausführenden einander aufmerksam zuhören – das bedeutet auch, gelegentlich auszusetzen und nur zu hören. Als Ensemble ist es wünschenswert, sowohl sehr leise als auch sehr laut zu spielen und gemeinsam zu versuchen, zu diminuieren und zu crescendieren.
Jedes Muster kann unisono oder kanonisch gespielt werden, in beliebiger Verschiebung zu sich selbst oder zu den benachbarten Mustern. Einer der größten Reize von IN C liegt in den polyrhythmischen Kombinationen, die sich spontan zwischen den Mustern ergeben. Ganz erstaunliche klangliche Gestalten werden entstehen und wieder zerfallen, wenn die Gruppe das Stück auf die richtige Weise spielt.
Es ist wichtig, sich nicht zu hastig von Muster zu Muster zu bewegen, sondern lange genug auf einem Muster zu bleiben, um sich mit anderen Mustern zu verweben, die gleichzeitig erklingen. Im Verlauf der Aufführung sollten sich die Spieler*innen innerhalb von zwei bis drei Mustern voneinander bewegen. Es ist wichtig, nicht zu weit vorauszueilen und auch nicht zu weit zurückzubleiben.
Das Ensemble kann unterstützt werden durch einen gleichmäßigen Achtelpuls, der auf den hohen C’s eines Klaviers oder eines Schlaginstruments gespielt wird. Auch improvisierte Perkussion in strengem Rhythmus (Schlagzeug, Becken, Glocken usw.) ist möglich, sofern sie sorgfältig ausgeführt wird und das Ensemble nicht übertönt. Alle Ausführenden müssen streng im Rhythmus spielen, und es ist wesentlich, dass jede*r jedes Muster präzise spielt. Es wird empfohlen, die Muster zunächst unisono zu proben, um sicherzustellen, dass alle richtig spielen.
Das Tempo bleibt im Ermessen der Ausführenden – offensichtlich nicht zu langsam, aber auch nicht schneller, als bequem gespielt werden kann.
Es ist wichtig, die Muster periodisch zu denken, sodass man beim Aussetzen die größeren periodischen Gesamtakzente wahrnimmt, die entstehen, und beim Wiedereinsatz darauf achtet, welchen Effekt der eigene Einsatz auf den musikalischen Fluss hat.
Die Gruppe sollte während der Aufführung mindestens ein- oder zweimal zu einem Unisono verschmelzen. Gleichzeitig gilt: Wenn die Spieler*innen zu sehr in derselben rhythmischen Ausrichtung bleiben, sollten sie versuchen, ihre Einsätze um eine Achtel oder Viertel zu verschieben, um neue Schichtungen zu erzeugen.
Es ist erlaubt, Muster um Oktaven zu transponieren – insbesondere nach oben. Eine Transposition nach unten funktioniert am besten bei Mustern mit langen Notenwerten. Auch rhythmische Augmentation (Vergrößerung der Notenwerte) kann wirkungsvoll sein.
Wenn ein Muster aus irgendeinem Grund nicht spielbar ist, sollte es ausgelassen und mit dem nächsten fortgefahren werden.
Instrumente können bei Bedarf verstärkt werden. Elektronische Tasteninstrumente sind ebenfalls willkommen.
Das Ende
Wenn jeder Ausführende das Muster Nr. 53 erreicht, bleibt er oder sie darauf, bis das gesamte Ensemble dort angekommen ist. Dann erzeugt die Gruppe einige Male ein großes Crescendo und Diminuendo, und jeder beendet das Spiel nach eigenem Ermessen.
